Zur Geschichte

Schloss Neuenstein entstand aus einer im frühen 13. Jahrhundert, also in staufischer Zeit erbauten Wasserburg. Als Burgherren wurden um 1230 die Herren von Stein genannt, die ursprünglich ihren Sitz im Kochertal hatten. Dieser Name wurde zum ersten Mal in einer Urkunde von 1230 erwähnt. Die Nachkommen nannten sich Neuenstein. Um 1300 kam die Burg in den Besitz der Grafen von Hohenlohe. Die Familienangehörige der Herren von Neuenstein verteilten sich auf andere Burgen. Als der Bischof von Regensburg in Streit mit dem Kaiser geriet, wurden die Hohenloher mit der Vogtei über die Regensburger Güter in und um Öhringen betreut. Auf Burg Neuenstein nahmen sie ihren Wohnsitz.

Burg Neuenstein wurde im 15. Jahrhundert erweitert und im 16. Jahrhundert unter dem regierenden Graf Ludwig Casimir im Stil der Renaissance zum Schloss ausgebaut. Anfang des 17. Jahrhunderts fand der Ausbau des Schlosses seinen Abschluss. Bis zum Tode des Grafen Wolfgang Julius 1698 diente Schloss Neuenstein als Residenz der Grafen von Hohenlohe-Neuenstein. Nach der Verlegung der Residenz nach Öhringen stand es leer und verkam.

In der Aufklärungszeit bestimmte Fürst Ludwig Friedrich Karl zu Hohenlohe-Öhringen das verfallende Gebäude zum Sitz einer sozialen Stiftung, in der ein Zucht- und Arbeitshaus, ein Altersheim und ein Waisenhaus mit verschiedenen Manufakturbetrieben vereinigt waren.

Bereits 1861 plante man die Errichtung eines Familienmuseums des Hauses Hohenlohe. Nach Renovierungsmaßnahmen ab 1870 im Kaisersaal im Erdgeschoss des Schlosses wurde eine kostbare Antiquitätensammlung aus Schloss Kirchberg als Grundstock der heutigen Sammlungen dort aufgestellt und seit 1878 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine gründliche Restaurierung fand im Jahre 1906 unter Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe statt. Mit dieser Aufgabe war der Burgenforscher und Baumeister Bodo Ebhardt betraut. Das Ergebnis war ein Renaissanceschloss von einer Pracht, die es vorher nie besaß. Seit 1946 wurde es zu einem kulturellen Zentrum ausgebaut.